Newsletter 2/2014

Ein bisschen vernachlässigt, aber jetzt ist der Newsletter 2/2014 da. Und das sind die Themen:

Neues aus der KjGay

  • KjGay auf dem Katholikentag: Auf Facebook haben es die ein oder anderen vielleicht schon mitbekommen: Wir waren auf dem Katholikentag gut vertreten! Unsere Materialien sind an KjG- und BDKJ-Ständen sowie im Zentrum der HuK verteilt worden, unsere Tassen und Taschen waren heiß begehrt, und Nils hat es – ein bisschen überraschend – in die Süddeutsche Zeitung geschafft.
  • KjGay auf der Bundeskonferenz: Es ist schon fast eine Tradition: Auch dieses Jahr sind wir wieder auf der Bundeskonferenz vertreten, und am Freitag abend (genaue Uhrzeit und Ort klären sich noch) wird es wieder ein offenes KjGay-Treffen geben, bei dem wir sowohl über das bevorstehende KjGay-Wochenende (siehe nächster Punkt) als auch über Antrag 2 reden wollen. Außerdem freuen wir uns auf den Austausch mit den Delegierten, nebenbei wird auch das körperliche Wohl nicht zu kurz kommen. Wir freuen uns schon das ganze Jahr, denn das letzte Treffen auf der Bundeskonferenz war sehr schön. Daher aus tiefstem Herzen: Wir freuen uns auf alle Interessierten!
  • KjGay-Wochenende: Wir sind vom 11.-13. Juli in Frankfurt/Main und freuen uns auf die gemeinsame Jahresauswertung, die Jahresplanung, spannenden Input und vielleicht auch ein Treffen mit ehemaligen KjGaylerInnen. Es wird eine Möglichkeit geben, das WM-Spiel um Platz 3 zu schauen, und wer das nicht will: Es wird auch die Möglichkeit geben, etwas anderes mit dem Samstag Abend anzufangen :-) Bis zum Finalspiel am Sonntag Abend um 21 Uhr seid ihr auch schon alle wieder gut daheim, da müsst ihr euch also keine Sorgen machen.
  • In eigener Sache: In letzter Zeit haben wir einige Aufmerksamkeit aus dem rechtskonservativen Spektrum bekommen. Dies hat leider dazu geführt, dass ab sofort und rückwirkend diese Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion für diese Seite und für unsere Facebookseite zur Anwendung kommen.

Neues aus der KjG

Zu Kirche und Politik&Gesellschaft berichten wir dann wieder nach der Bundeskonferenz.

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KjGay in der Süddeutschen Zeitung

Wer uns auf Facebook folgt, hat es schon mitbekommen: Wir waren am Samstag in der Süddeutschen Zeitung erwähnt. Juhu! Wir waren beim Katholikentag in Regensburg auch Teil einer Podiumsdiskussion zum Thema „Liebe, die Leiden schafft“, und das war eine überaus konstruktive, respektvolle und hoffentlich nicht einmalige DIskussion zum Thema Sexualität mit Kim und Gabriel von der KjG Bad Abbach, Nils vom Team der Sexualpädagogischen Arbeitshilfe (und der KjGay) sowie Weihbischof Wübbe. Entgegen des Titels des SZ-Artikels ist auch noch niemandem der Kopf abgerissen worden. Wir freuen uns auf weitere Gespräche, auch wenn der Weg noch ein weiter ist. Vielen Dank all jenen, die uns in Regensburg so angenehm begegnet sind und die uns Tassen, Taschen und Arbeitshilfen abgenommen haben :-)

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Es ist… eine Arbeitshilfe!

Sie ist klein, aber fein: Unsere neue KjGay – Arbeitshilfe ist draußen! Ideal geeignet sind die Methoden, wenn ihr euch in eurer Leiterrunde, eurer Gruppenstunde oder wo auch immer mal ein bisschen dem Thema annähern wollt. Ein bisschen Historisches zur KjGay-Geschichte gibt es auch noch, ein kleines Glossar sowie Linktipps runden die Arbeitshilfe ab. Die Arbeitshilfe gibt es kostenlos zum Download bei der KjG. Wir freuen uns über euer Feedback!

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Newsletter 1/2014

Auch diesmal gibt es den Newsletter der KjGay-Mailingliste mit leichter Verzögerung wieder im Blog. Wer direkt auf die Mailingliste möchte, schreibt an die.kjgay@googlemail.com.

„Das neue Jahr fühlt sich schon gar nicht mehr so neu an, im Gegenteil: Diskussionen, die wir eigentlich gesamtgesellschaftlich schon längst hinter uns gelassen hatten (oder zumindest hinter uns gelassen glaubten), haben den Jahreswechsel und die ersten Monate des Jahres begleitet. Wir haben die aus unserer Sicht interessantesten Links zu #idpet, Hitzlsperger und – last, but not least – zum Vatikan-Fragebogen zur Familienpastoral auf unserer (auch ohne Facebook-Zugang voll lesbaren) Facebookseite https://www.facebook.com/diekjgay gesammelt, und auch hier im Newsletter werden wir einige der Links nochmal zusammen bringen. Aber immer der Reihe nach:

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Katholische Jugendverbände freuen sich auf den neuen Bildungsplan

So oder so ähnlich könnte man die Reaktionen aus KjG und BDKJ in den Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart (die das gesamte Bundesland Baden-Württemberg abdecken) zur aktuellen Bildungsplandebatte zusammenfassen. Wir haben hier der lieben Lesbarkeit halber leicht gekürzt, empfehlen aber Interessierten alle vier Stellungnahmen in den jeweiligen Langfassungen. Weiterlesen

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Regenbogenstreit in Baden-Württemberg

Es brodelt im Südwesten: Die grün-rote Landesregierung hat einen neuen Bildungsplan entworfen, der u.a. das Entstehen homophober Vorurteile in den Schulen verhindern sollte und für die Vielfalt möglicher Familienformen sensibilisieren will – und das fächerübergreifend, nicht nur in Biologie. Eigentlich kein großes Thema, sollte man meinen, willkommen im 21. Jahrhundert, lieber Bildungsplan. Aber… Weiterlesen

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Familienpastoral für alle Familien

Der Beteiligungsprozess zur außerordentlichen Synode zur Familienpastoral hat auch die deutschen Bistümer erreicht. Der BDKJ hat den Fragebogen in ein verständliches Deutsch übersetzt und bittet um rege Beteiligung junger Menschen. Mit dem bisherigen Rücklauf ist der BDKJ auch schon sehr zufrieden.

Wir in der KjGay haben uns auch Gedanken zur Familienpastoral gemacht und veröffentlichen hierzu unser neues Positionspapier „Familienpastoral für alle Familien“. Über Weiterleitung und Kommentare freuen wir uns sehr!

Familienpastoral für alle Familien

Die KjGay, ein Zusammenschluss von Mitgliedern der KjG (Katholische junge Gemeinde) aller sexuellen Orientierungen und Identitäten, begrüßt ausdrücklich die Beschäftigung der III. außerordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode mit den pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung. Der in diesem Zusammenhang veröffentlichte Fragenkatalog zeigt uns, dass die vielfältigen Formen, in denen sich Sexualität und Partnerschaft manifestieren kann, erkannt und differenziert werden.

1. Partnerschaft und Liebe in der Kirche ermöglichen

Partnerschaften sind ein Ausdruck von persönlichen Gefühlen, Liebe und Zuneigung. Andere Beziehungsformen als lebenslange, heterosexuell-monogame Ehen mit Kindern sind keine politische Aussage gegen die Lehre der Kirche, sondern ein individueller Ausdruck von Liebe und gegenseitiger Verantwortung und die Konsequenz vielfältiger Entwicklungen, die sich oftmals der eigenen Beeinflussung entziehen. Die Beseitigung rechtlicher Diskriminierungen für solche Lebensformen ist deswegen auch kein Angriff auf die Lehre der Kirche, sie unterstützt vielmehr Menschen darin, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Die Öffnung der Ehe für nicht-heterosexuelle Beziehungsformen und die Gleichstellung etwa im Adoptionsrecht stärkt und fördert diese Familien, ohne bereits jetzt rechtlich gewürdigte Familien und Lebensgemeinschaften in irgendeiner Weise zurückzusetzen oder in Frage zu stellen. Auch in nicht heterosexuell-monogamen Partnerschaften werden Werte gelebt, die der Kirche wichtig sind und für sie anschlussfähig sein sollten: Menschen übernehmen aus Liebe Verantwortung füreinander und streben danach, gute und fürsorgliche Eltern zu sein.

Bislang werden katholische Lesben, Schwule und Transidente in den Konflikt zwischen ihrer Art, Liebe und Sexualität zu leben, und der Lehre ihrer Kirche gebracht – ein Konflikt, der sie massiv psychisch wie physisch belastet und ein ungesundes „Doppelleben“ geradezu provoziert, für dessen Aufrechterhaltung Menschen wichtige Teile der eigenen Lebensweise verleugnen oder verheimlichen müssen. Für gleichgeschlechtliche Paare ist es oftmals schwer, ihren Kindern – ob leiblich oder adoptiert – das Gefühl zu geben, Teil einer kirchlichen Gemeinschaft zu sein und Kirche als Ort von Wertschätzung und Geborgenheit erfahrbar zu machen, wenn diese ihre liebevolle Verbindung abwertet, obgleich sie weder schlechtere/bessere Eltern (vgl. Rupp, Marina (Hrsg.) (2009): Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Bundesanzeiger Verlag, Köln) noch schlechtere/bessere Partnerinnen und Partner sind als Menschen in heterosexuellen Beziehungen.

2. Aus der Kirche lernen – Gemeinsam in Vielfalt

Wir nehmen jedoch ebenso wahr, dass es auch innerhalb der katholischen Kirche Orte gibt, die sich diesen Familien öffnen und sie in ihre Gemeinden und Zusammenschlüsse aufnehmen – insbesondere in Vereinigungen der jungen Kirche. Auch wenn nicht-heterosexuelle Paare nicht in der Lage sind, gemeinsame Kinder zu zeugen, so können sie trotzdem wie heterosexuelle Paare Verantwortung für Kinder übernehmen, die sonst ohne (beide) leibliche Eltern aufwachsen würden und so „Mitarbeiter Gottes (…) sein in der Bewahrung der Schöpfung und im Wachstum der Menschheitsfamilie.“ (aus: Vorbereitungsdokument III. Außerordentliche Vollversammlung Bischofssynode: Die pastoralen Herausforderungen
der Familie im Kontext der Evangelisierung., S. 3. Vatikanstadt, 2013)

Wir wollen gemeinsam mit allen Teilen unserer Kirche daran arbeiten, dass wir als katholische Kirche wertebasierte Leitlinien für Partnerschaften finden, die gleich- wie gemischtgeschlechtlichen Partnerschaften, Familien und Ehen Orientierung bieten und die Liebe zwischen Menschen und die Übernahme von Verantwortung füreinander als etwas Besonderes, Schützenswertes und Heiliges wertschätzen. Wenn Papst Franziskus in Lumen Fidei davon spricht, dass „[Der Glaube] eine große Berufung entdecken [lässt], die Berufung zur Liebe, und (…) garantiert, dass diese Liebe verlässlich ist und es wert ist, sich ihr zu übereignen, da ihr Fundament auf der Treue Gottes steht, die stärker ist als all unsere Schwäche“ (LF 53), dann fühlen auch wir Schwule, Lesben, Heterosexuelle, Bisexuelle und Transidente uns mit unserer Fähigkeit zur Liebe angesprochen und berücksichtigt.

3. Sexualität in Verantwortung anerkennen

Dieses Umdenken erhoffen wir uns nicht nur für Partnerschaften, sondern auch für Sexualität. Als Mitglieder eines Jugendverbandes erkennen und leben wir selbst die Realität, dass Sexualität auch außerhalb von Beziehungen und vor der Eheschließung stattfindet. Junge Menschen empfinden das wiederholte Predigen von Enthaltsamkeit und Keuschheit als wenig hilfreich, wenn sie sich von ihrer Kirche Rat und Unterstützung in Fragen der Sexualität erhoffen. Für katholische Jugendverbände ist es daher selbstverständlich, jungen Menschen Antworten bieten zu können, die den Grundsätzen der Einvernehmlichkeit und des verantwortungs- und vertrauensvollen Umgangs miteinander folgen. Zu einer solchen Jugendverbandsarbeit gehört insbesondere das Erlernen eines respektvollen Umgangs mit der eigenen Sexualität und der Sexualität anderer Menschen. Auch die Aufklärung über gesundheitliche Risiken sowie die Information über das Vermeiden ungewollter Schwangerschaften zählen wir zu elementaren Inhalten dieser Bildung junger Menschen, ebenso wie die Stärkung des Selbstbewusstseins von nicht heterosexuell empfindenden Menschen und die Förderung einer Gesellschaft und Kirche, in der Diversität und Pluralität auch in Bezug auf Sexualität gelebt werden kann. Wir sind der Überzeugung, dass erst Aufklärung und Information junge Menschen in die Lage versetzt, selbstbewusst mit der eigenen Sexualität umzugehen – und individuelle Wege zu finden, diese verantwortungsvoll zu leben. Dies kann auch die bewusste Entscheidung sein, bis zur Eheschließung enthaltsam zu leben. Wenn aber dieser Weg als einzig richtiger und wahrhaftiger Weg verkündet wird, verliert die Kirche einen (großen) Teil ihrer Jugend, der auch andere Wege von Sexualität und Partnerschaft verantwortlich lebt.

4. Liebe und Glauben in unserer Kirche ermöglichen

Deswegen fordern wir die Verantwortlichen unserer Kirche auf, den Wert und die Leistung nicht-lebenslanger und/oder nicht-heterosexuell-monogamer Partnerschaften anzuerkennen. Wir möchten Teil einer Gesellschaft und einer Kirche sein, in der individuelle Lebensentwürfe gelebt werden können und Menschen nicht durch ihre gelebte Liebe in Konflikte mit der kirchlichen Morallehre gebracht werden.

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